Fachdidaktik Deutsch Vormbaum

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Lied des Fabian

Wird uns'reins alt, is's gute Nacht,

Da hat man keine Freud',

Die Messer schneiden, die man macht,

Doch selbst hat man kein' Schneid.

Die alten Messer, taugen's nit,

Man schleift's, tut's frisch polier'n,

Allein ein alter Messerschmied

Is nit zu renovier'n.

Es gibt kein' Amboß, der rebellt

So stark als dieses Herz,

Und gar kein Messer in der Welt

Schneid't wie mein Liebesschmerz.

Die Lieb' ist da, was nutzt es mich,

Ich g'fall halt keiner mehr,

Und das bloß aus dem Grund, weil ich

Ins alte Eisen g'hör'.

Anmerkung:

Johann Nestroy schrieb dieses Couplet für die Altwiener Posse "Die Ballnacht" aus den Vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Es steht in der Tradition der sog. Metier-Lieder, in denen sich die Personen in metaphorischer Rede über ihr Handwerk -  Fabian ist Messerschmied - vorstellen. Ein aus der Sicht des älteren Herren larmoyantes, aber witziges, und vor allem hintersinniges Poem,  geeignet für einen Oberstufen-Zugang zur Welt der Metapher und ihren semantischen Feldern. Und äußerst kompatibel mit Enzenbergers Essay über die Bedeutung von Gedichten: Hans Magnus Enzensberger: Scherenschleifer und Poeten

|> Nestroy: Lied des Fabian

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